| Selbsterfahrung G 2 - Objektfreie kunsttherapeutische Arbeitsweisen
Leitung: Otto Hanus und Maria Thomaser Vom
gegenständlichen Bild unterscheidet sich das objektfreie Bild dadurch,
dass es nichts abbildet. In einem objektfreies Bild sind keinerlei Objekte
dargestellt, die etwas bedeuten könnten. Es ist also nichts vorhanden,
das der bekannten Außenwelt ent- nommen wäre. Statt dessen ist ein
objektfreies Bild das Ergebnis einer unmittelbaren Äußerung erlebter
Innenwelt – des Selbsterlebens; Ausdruck von etwas, das man nicht
sehen kann (man könnte sagen: ein gegenständliches Bild zeigt stets
"Substantive“, Bei
einem gegenständlichen Bild erfolgt die Vermittlung der nicht
beobachtbaren Innen- welt des Klienten / Patienten (also der Gefühle,
Gedanken, Stimmungen) über die Dar- stellung von Objekten, die der Realität
entnommen sind. Das Innenwelt-Erleben wird über den Umweg von Assoziation
und Projektion am abgebildeten Objekt erschlossen. Des- halb ist das
Arbeiten mit gegenständlichen Bildern in der Regel assoziativ,
biografisch und projizierend. Bei objektfreien Bildern erfolgt die Vermittlung der nicht beobachtbaren Innenwelt über bedeutungsfreie Farb- und Formgestaltungen, die keinerlei Beziehung zu Objekten der Außenwelt haben und zeigen. Sie erfordern deshalb einen völlig anderen Zugang, um die Innenwelt zu erschließen. Objektfreie Bilder zeigen unmittelbar geäußerte, zumeist nicht bewusste seelische Empfindungen und Kognitionen. Diese Gestaltungen müssen mittels geeigneter Methoden bewusst gemacht werden, damit sie psychagogisch oder therapeu- tisch genutzt werden können (Link) / (Link). Den
Studierenden werden in der Methodenvariante G 2
grundlegende Einsichten in das Wesen, die Funktion und Botschaft des
objektfreien Bildes vermittelt. In Theorie und Pra- xis (Selbsterfahrung)
lernt die Gruppe Methoden und Strategien kennen, die vor allem die
geistigen und ordnenden Aspekte im Menschen ansprechen. Von der inzwischen
be- kannten Tatsache ausgehend, dass das Gehirn ein „plastisches
System“ ist, das grund- sätzlich Lernmöglichkeiten bereitstellt, sind
die Methoden der objektfreien Bildsprache so konzipiert, dass sie neue
Strukturen des Selbsterlebens und Selbstseins anregen. Die
kunsttherapeutische Erfahrung zeigt, dass das Malen von Bildern allein
noch keinen therapeutischen Prozess ermöglicht. Deshalb wird das
Gestalten von Bildern und deren Nachbearbeitung von Gesprächen begleitet.
Aus diesem Grund sind die Methoden der objektfreien Bildsprache mit einer
Kommunikationstechnik verbunden, die eine an Ein- sicht und Erkenntnis
ausgerichtete kognitive Arbeit ermöglicht, die frei von Projektionen und
Übertragung ist, weil sie sich ausschließlich an phänomenologischen
Gesichts- punkten orientiert. Schema der mentalen Räume, in denen eine objektfreie bildnerische Arbeit stattfindet:
Ausgehend
von der Tatsache, dass in den meisten Kliniken die Kunsttherapie aus
Ko- stengründen tendenziell in Gruppen angeboten wird, sind die Methoden
der Variante G 2
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