Birgit Naphausen
Gesundheit bewegt
Veröffentlichung in Kurskontakte Nr. 145
Aus Anlass einer Fachtagung zum
Thema „Gesundheit bewegt – Komplementäre Methoden auf dem Vor-
marsch" stellt der Dachverband für freie beratende und
gesundheitsfördernde Berufe / Freie Gesundheitsberufe an dieser Stelle
berufspolitisch relevante Fakten und Ergebnisse im Bereich alternativer
Gesundheitskultur vor.
Gesundheit bewegt? Wen bewegt
sie? Was bewegt sie? Wer bewegt sie?
Diesen Fragen gehen die Freien
Gesundheitsberufe seit 1998 nach. Erste fundierte Positionen wurden 2006 auf
der Fachtagung in Berlin vorgestellt.
Die Ergebnisse ermutigen dazu,
die Idee der Freien Gesundheitsberufe mit vielen zu teilen, denn vor allem
eines wurde deutlich:
Die Zeit ist reif dafür, dass
Menschen, denen das Wissen um das Wesen heilsamen Menschseins und die Um-
setzung desselben ein Anliegen ist, sich mit Wegbereitern aus dem
Gesundheitswesen, der Politik und der Wissenschaft zusammen schließen, um
selbstbewusst, selbstbestimmt und verantwortlich ganzheitliche, heil-
same
Wege zu einem selbstbestimmten und sozialen Mensch-Sein und Mensch-Werden
begehen.
Dieses Leitbild hat sich für
die Freien Gesundheitsberufe vom Beginn einer Initiative 1998 bis zum heute
über 5000 Mitglieder umfassenden Dachverband immer deutlicher
herauskristallisiert. Es auf eine praktikable Art und Weise zu erfüllen,
sieht der Dachverband als seine Aufgabe.
Die neue Gesundheitsbewegung
Zu den Aufgaben des
Dachverbandes gehört es, Antworten zu finden für eine zunehmende Anzahl
von Men-
schen, die ihre Gesundheit selbst in die Hand nehmen und frei wählen
wollen, was ihnen als förderlich für ihre Gesundheit, für Ihr Wohlsein
und für ihre Lebensqualität erscheint. Dabei zeigt sich bei einer
zunehmenden Rationalisierung und Technisierung der Schulmedizin auf der
einen Seite, ein steigender Bedarf nach ganzheit-
lichen Gesundheits- und
Heilmethoden auf der anderen Seite. Menschen, die sich für sogenannte
alternative Heilangebote entscheiden, tun dies u.a. deswegen, weil in der
Schulmedizin oft die erwünschten Heilerfolge ausbleiben; weil sie
Nebenwirkungen bei schulmedizinischen Anwendungen befürchten oder weil sie
sich in der herkömmlichen Arzt-PatientIn-Beziehung unzureichend wahr- und
ernst genommen fühlen (hierzu Walter An-
dritzky, Alternative Gesundheitskultur, Berlin 1997).
Jedoch nicht nur Krankheit und
eine diesbezügliche Heilungserwartung sind Motivation, sich um die eigene
Gesundheit zu kümmern. Inzwischen besteht bei vielen Menschen der Wunsch,
die eigene Gesundheit zu gestalten in einem umfassenderen Sinn, der neben
dem körperlichen Wohlergehen geistige und soziale Gesundheit einschließt.
Diese erweiterte Gesundheitsperspektive sucht danach, in Beziehung zu sich
selbst und zur Welt hineinzuwachsen in ein heilsames Miteinander.
Hineinzuwachsen und ganz zu werden in einer selbstverantwortlichen Resonanz
auf die dingliche und die mitmenschliche Welt ebenso wie auf die leiblichen,
seelischen und geistigen Selbstbedürfnisse.
Dieser bedeutsame
Paradigmenwandel von einem Krankheitsbewusstsein zu einem
Gesundheitsbewusstsein (auch die Krankenkassen nennen sich heute gerne
Gesundheitskassen), wurde theoretisch maßgeblich von Abraham Maslov, Aaron
Antonovsky u.a. begründet und hat mit dem Konzept der Salutogenese Eingang
gefun-
den in das Selbstverständnis und die Zielvorstellungen der
Weltgesundheitsorganisation der UNO: Sie
definiert Gesundheit als einen „Zustand des vollständigen körperlichen,
psychischen und sozialen Wohlbefindens und nicht bloß die Abwesenheit von
Krankheit und Gebrechlichkeit" und beschreibt das Erreichen von
Gesundheit als einen individuellen Gestaltungsprozess: "Gesundheit wird
von Menschen in ihrer alltäglichen Umwelt ge-
schaffen und gelebt: dort, wo sie spielen, lernen, arbeiten und lieben.
Gesundheit entsteht dadurch, dass man sich um sich selbst und für andere
sorgt, dass man in die Lage versetzt ist, selber
Entscheidungen zu fällen
und eine Kontrolle über die eigenen Lebensumstände auszuüben, sowie
dadurch, dass die Gesellschaft, in der man lebt, Bedingungen herstellt, die
all ihren Bürgern Gesundheit ermöglichen."(WHO - Ottawa Charta zur
Gesundheitsförderung, 1986)
Auch der Gesundheitsmarkt
spiegelt dieses neue Bewusstsein und trägt ihm Rechnung: so nimmt es nicht
Wunder, dass eine Vielfalt von Angeboten, die Wachstum und Gesundheit
versprechen, den Markt über-
schwemmen: diese reichen von Astrologie bis Yoga über Atemschulung, Aura
Soma, Ayurveda, Bioenergetik, Familienaufstellung, Feldenkrais, Geistheilen,
Kinesiologie, Kunsttherapie, mediale Lebensberatung, Reiki und viele, viele
mehr.
Merkmale dieser Angebote sind
u.a., dass sie sich oft auf traditionelles und ethnomedizinisches Wissen
öst-
licher wie westlicher Kulturen berufen. Sie berücksichtigen die Einheit von
Leib, Seele und Geist und dement-
sprechend werden sowohl leibliche als auch weltanschaulich sinnstiftende und
spirituelle Aspekte in die ge-
sundheitsfördernde Arbeit mit Menschen integriert.
Die Wirkungsbeschreibungen
solcher Methoden beziehen sich oft auf die Subjektivität seelischen und
geisti-
gen Erlebens. Diese Subjektorientierung erschwert für die
komplementärmedizinischen Angebote naturwissen-
schaftlich objektivierende Wirkungsnachweise und somit auch die Anerkennung
in einer Kultur, welche in ihrer modernen Tradition dem descartschen
Wissenschaftsparadigma verpflichtet ist.
Es handelt sich hier um
Entwicklungen im Bereich der Gesundheitskultur, die dazu führen, dass einer
funktio-
nalen, technisierenden und materialistisch ausgerichteten Schulmedizin ein
humanistisches und spirituelles Menschen- und Weltbild und
Gesundheitsbewusstsein gegenüber gestellt wird.
Neue gesellschaftliche
Strömungen und Leitbilder werden immer auch experimentell, mit Brüchen und
Wider-
sprüchen geboren. Dies führt in manchen esoterischen Marktsegmenten
bisweilen zu subjektivsten, irrationalen und suggestiven Angeboten, welche
in einer am Wesen des Menschen orientierten integrativen Gesundheits-
kultur genauso fehl am Platz sind wie eine einseitig rationalisierende
Medizintechnik.
Hier bedarf es bei den
VertreterInnen und AnbieterInnen einer neuen Gesundheitskultur eines
scharfen und selbstkritischen Blicks und eines achtsamen Umgangs mit dem
neuen Sujet.
Gesetzliche Reglementierung
der neuen Gesundheitsbewegung
Zur notwendigen Selbstkritik
wurden alle initiativen und kreativen AnbieterInnen auf dem alternativen
Gesund-
heitsmarkt seit 1996 herausgefordert durch ein Gesetz, von dem allerdings
nur die wenigsten wussten: dem Lebensbewältigungshilfegesetz (LBHG),
welches die Bedingungen der freien Anbieter auf dem Gesundheits-
markt maßgeblich durch Gesetzeskraft regulieren und auch einschränken
sollte.
Die BegründerInnen der
Initiative der Freien Gesundheitsberufe waren einige politisch wachsame
Protagonis-
tInnen der neuen Gesundheitsbewegung. Sie machten auf die ersten Entwürfe
des LBHG aufmerksam und initiierten in Frankfurt eine offene Gesprächsrunde
(daher der Name des heutigen Dachverbandes). Diese Ini-
tiativgruppe traf sich regelmäßig, um die Entwicklung des LBHG zu
beobachten, auszuwerten und im Sinn der freien AnbieterInnen Alternativen zu
diskutieren. Zunächst in einer eher abwehrenden und abwartenden Haltung
gegenüber den als bedrohlich erlebten Vorlagen des LBHG im Bundesrat,
erkannten die Freien Gesundheits-
berufe immer mehr auch die Berechtigung und gleichzeitige Herausforderung,
die in einem Gesetzesentwurf
lag, der sich stark machte vor allem mit dem Ziel des Verbraucherschutzes.
Die zuspitzende Frage der am
LBHG interessierten Parteien lautete dahingehend, inwieweit freie und
alternative Gesundheitsangebote dem (bedürftigen) Verbraucher schaden
können durch unlautere Suggestionen und Mani-
pulationen, wie sie bei Sekten üblich sind. Eine Enquetekommission erhielt
vom Bundestag den Auftrag, durch eine Untersuchung zu prüfen, ob eine
derartige Gefahr von alternativen AnbieterInnen auf dem Gesundheitsmarkt
ausgehe. Das Ergebnis der Untersuchung konnte die Hypothese nicht erhärten.
Dennoch war in Anbetracht der
vielfältigen und unterschiedlichsten Angebote von Gesundheitsförderung die
Skepsis vor allem in den Reihen der Verbraucherschützer zunächst nicht
beschwichtigt und erst 2005 wurde
der Gesetzesentwurf des LBHG im Bundesrat abgelehnt - auch unter
Einflussnahme der Freien Gesundheitsberufe.
Der Dachverband der Freien
Gesundheitsberufe
In der detaillierten
Auseinandersetzung mit den Entwürfen des LBHG hatte die Initiative der
Freien Gesundheits-
berufe zunehmend die Berechtigung der impliziten Kritik der Parteien an den
alternativen Gesundheitsangeboten erkannt - und damit auch eine wichtige
Zielsetzung. Diese führte im Februar 2002 zur Gründung des Dachver-
bandes für freie beratende und gesundheitsfördernde Berufe – Freie
Gesundheitsberufe e.V.
Qualifizierung der freien
Anbieter
Heute geht es dem Dachverband
darum, dass AnbieterInnen auf dem freien Gesundheitsmarkt in einer berufli-
chen Selbstverpflichtung ihre Angebote für selbstbestimmte VerbraucherInnen
transparent darstellen und pro-
fessionell anwenden: Dazu gehört zum einen die Transparenz der Methoden,
die Transparenz der Dienstlei-
stungsbeziehung und die Transparenz der Ergebnisse. Zum anderen bedarf es
nachvollziehbarer Befähigungs-
nachweise der AnbieterInnen und eines Berufcodex, der Ethik und Qualität
der freien AnbieterInnen für die Ver-
braucherInnen ersichtlich werden lässt. Und
es geht darüber hinaus noch um mehr:
Selbstorganisation und
Selbstregulierung einer neuen Gesundheitskultur
Mit Blick auf die Abwendung
eines LBHG - und damit einer Reglementierung von oben - geht es dem Dachver-
band der Freien Gesundheitsberufe auch darum, dass sich bewusste
GesundheitsanbieterInnen und bewusste VerbraucherInnen in
basisdemokratischen Prozessen (Netzwerken, Foren, Betroffeneninitiativen)
darüber ver-
ständigen, was aus Sicht der Beteiligten im Sinn einer ganzheitlichen und
bedürfnisgerechten Lebensgestaltung notwendig ist. Schlüssig begründet
Marco Bischof (im Folgenden mit geringen Auslassungen zitiert) in seinem
Vortrag auf der Fachtagung „Gesundheit bewegt" den
gesundheitsstiftenden Charakter von Selbstorganisation auch im Bereich der
komplementären Gesundheitskultur.
Ein neues
Gesundheitsverständnis
Gesundheit wird eine Frage des
Lebensstils und der ganzheitlich verstandenen Lebensqualität. Spirituelle
Fak-
toren, wie Werte, persönliche Sinngebung und Lebensziele spielen dabei eine
zentrale Rolle. Das neue Gesund-
heitsverständnis entspricht der ganzheitlichen Auffassung der
hippokratischen Tradition in der westlichen Me-
dizin und der östlichen Medizinsysteme. (Bischof & Lassek 2000)
Komplementäre
Gesundheitskultur
Die jüngsten Entwicklungen im
komplementären Gesundheitsmarkt entsprechen voll und ganz diesem neuen
Verständnis von Gesundheit. Auch hier
erscheint Gesundheit in engster Verknüpfung mit Fragen des Lebens-
stils und der Weltanschauung. Nach diesem
Verständnis erfordert Gesundheitspflege eine allgemeine Lebens-
beratung, wie sie vom konventionellen Gesundheitssystem nicht angeboten
wird. Fragen der Gesundheit sind von
Wertefragen und weltanschaulichen Fragen nicht mehr zu trennen. Obwohl
es auch fragwürdige Erschei-
nungen gibt, muss in diesem Zusammenhang ein beträchtlicher Teil der Neuen
Religiösen Bewegungen als positives Zeichen einer neuen Autonomie und
Selbstregulation in weltanschaulichen Dingen betrachtet werden. (Bischof
2003) Wie dies schon länger in
politischen Dingen der Fall ist, kann man eine Tendenz zum kritischen und
selbstbestimmten Umgang mit weltanschaulichen und religiösen Haltungen und
Überzeugungen beobachten. (Ray & Anderson 2000)
Selbstregulation im
Gesundheitsmarkt
Auch in Bezug auf professionelle
Standards und Qualitätskontrolle sollte das Prinzip der Selbstregulation be-
herzigt werden. Der Prozess der Anerkennung der
Komplementärmedizin in Grossbritannien kann als positives Beispiel dienen.
Sich organisieren und sich
selbst Regeln geben, bevor andere eingreifen" (zitiert nach M. Bi-
schof, Selbstorganisation
in der komplementären Gesundheitskultur, Vortrag am
04.04.2006 in Berlin)
Ergebnisse der Fachtagung
Gesundheit bewegt – Komplementäre Methoden auf dem Vormarsch
Auslösender Anlass für die
Fachtagung war die Fertigstellung einer Pilotstudie, die die Freien
Gesundheitsbe-
rufe in Zusammenarbeit mit der Universität Oldenburg
durchgeführt hatten. Mit dieser Studie wollte der
Dachver-
band in Erfahrung bringen, welche Rolle die freien Angebote in
Lebensberatung, Gesundheitsförderung bzw. Prävention arbeitsmarktpolitisch
spielen, inwieweit die freien AnbieterInnen organisiert sind und ob es ein
Qua-
litätsbewusstsein und Qualitätsmanagement unter den freien
AnbieterInnen gibt. (Eine Zusammenfassung mit Ergebnissen der Studie finden
Sie unter www.frankfurter-gespraeche.de)
Ziel der Tagung war es,
herauszutreten aus dem Kreis alternativer Insider und sich als junger
Dachverband vor VertreterInnen etablierter Instanzen zu artikulieren.
Gleichzeitig wollten die Freien Gesundheitsberufe in Erfah-
rung bringen, wie
Funktionäre und LobbyistInnen aus Politik, Wirtschaft und Gesundheitswesen
die bisherigen Ergebnisse des Fachverbands und seine Satzungsziele
einschätzen.
Dementsprechend waren
ReferentInnen sowohl aus dem Kreis der neuen Gesundheitskultur eingeladen,
als auch VertreterInnen aus öffentlichen Positionen wie Ellis Huber,
ehemaliger Vorstand der Bundesärztekammer Berlin und jetzt
Vorstandsmitglied des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Professor Wilfried
Belschner von der Fakultät klinische und Gesundheitspsychologie an der
Universität Oldenburg, der Wissenschaftsautor Marco Bischof, Joachim
Speicher als Leiter der Paritätischen Psychiatrischen Dienste und
Landesgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes
Rheinland-Pfalz , Robert Reichstein als Wirtschaftsvertreter mit dem Schwer-
punkt Qualitätsmanagement und Bernhard Wallner von der
Solidargemeinschaft Artabana.
Als wegweisendes Fazit der
Tagung ergaben sich für den Dachverband die folgenden Impulse und
Ergebnisse:
Es wurde klar gestellt, dass die
Akzeptanz der sog. Komplementärmedizin schon längst mit den Füssen abge-
stimmt ist: Untersuchungen belegen, dass 75% der deutschen Bevölkerung
alternative Heilmethoden für sich in Anspruch nehmen, auch wenn etablierte
Instanzen im Gesundheitssektor und der Naturwissenschaft diese Ent-
wicklung
noch nicht anerkennen wollen. Das heißt, es besteht unter den
VerbraucherInnen eine hohe Nachfrage nach ganzheitlichen
Gesundheitsmethoden.
Joachim Speicher vom
Paritätischen Wohlfahrtsverband bestätigte diese Aussage und erweiterte
sie dahinge-
hend, dass der Begriff komplementär heute genauso gut auf die
Schulmedizin angewendet werden kann. Im Ge-
sundheitsbewusstsein unserer
Gesellschaft überwiegt ein Bedürfnis nach ganzheitlichen und integrativen
Metho-
den, die Schulmedizin nehme bei vielen den eher komplementären Status
ein. Mit dem Persönlichen Budget sei eine gesetzliche Grundlage geschaffen,
nach der die Wahl der „richtigen", also Gesundheit fördernden
Methode, heute viel mehr in die Selbstbestimmung der KlientInnen /
PatientInnen gelegt werden kann (siehe auch www.
budget.paritaet.org).
Aufgrund der Ergebnisse der
Studie wurden die Freien Gesundheitsberufe darin ermutigt, die Arbeit an der
Qua-
itätssicherung zu fokussieren und einen Qualitätsprozess für die
freien AnbieterInnen zu entwickeln, der dem komplexen Feld einer
ganzheitlichen und integrativen Gesundheitskultur Rechnung tragen kann.
Die bereits entwickelten Ethik-
und Qualitätsrichtlinien bilden eine tragfähige Basis für diese Arbeit.
Der Dachver-
band erhielt wichtige Impulse für diese Aufgabe.
Von allen Seiten wurde eine
Selbstorganisation der freien AnbieterInnen befürwortet, bevor der Staat
(wieder) versucht, den freien Markt gesetzlich zu regeln. Als Mittel der
Selbstregulierung wurde vorgeschlagen, Foren und Netzwerke zu schaffen, in
denen die AnbieterInnen ihre Methoden transparent für die AnwenderInnen
darstellen und abgrenzen. Aber auch für die VerbraucherInnen soll es solche
Foren geben, in denen diese ihre Erfahrungen mit AnbieterInnen
veröffentlichen können (Beschwerdeforen, Schwarze Listen, wie sie in
Holland und England erfolgreich bestehen).
Der Schritt, dass die Freien
Gesundheitsberufe mit ihren Anliegen an die Öffentlichkeit getreten sind,
wurde sehr begrüßt, da die Zeit reif ist, dass qualifizierte AnbieterInnen
auf die Nachfrage integrativer Gesundheitsangebote mit Blick auf die
VerbraucherInnen antworten.
Noch wüssten zu wenige von den
wegweisenden Zielen des Dachverbandes. Es sei jedoch wichtig, weitere
Mitglieder ins Boot zu holen, um auf diese Weise den Markt der
qualitätsorientierten freien AnbieterInnen zu klären und zu selektieren.
Dank sei hier ausgesprochen für
die solidarische Kooperation von Kurskontakten, die mit ihrer Zeitschrift
ein Forum zur Information und Diskussion anbieten. Hier werden Sie auch in
Zukunft Beiträge der Freien Gesund-
heitsberufe finden. Wir hoffen, dass so
ein Dialog zwischen VerbraucherInnen, AnbieterInnen und allen an einer
ganzheitlichen Gesundheitskultur Interessierten beginnt, der zu einer
ganzheitlichen Gesundheitsgestaltung des Einzelnen wie unserer Gesellschaft
beitragen kann.
Copyright Birgit Naphausen M.A.
phil. / b-naphausen@kunsttherapie.com
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