Forum für Analytische und Klinische Kunsttherapie
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Praxis Fallbeispiele
 

Angstbewältigung mit der Transfermethode (drei objektfreie Bilder)

Johanna Mihaiu (Kunsttherapeutin, Forum A. K. T.)

Anzahl der Teilnehmer

1 Klientin, 46 Jahre, an MS erkrankt.

Thema der Klientin:
Das Thema der Klientin ist die Angst vor der voranschreitenden MS-Krankheit, die sie ans Bett fesseln kann. Diese Angst hat unerwünschte Auswirkungen auf den Alltag und auf den Umgang mit anderen Menschen. Die Klientin äußert die Bereitschaft sich mit dieser Angst zu beschäftigen.

Ziel dieser Arbeit

Anhand einer ineinander greifenden Serie von 3 objektfreien Bildern, soll die Klientin durch einen kreativen Verlauf geführt werden, so dass im Unbewussten eine Ressour- ce gefunden wird, die die vorhandene Angst schwächen kann. Das besondere an die- der Methode ist, dass die Klientin im kreativen Prozess die Wandlung dieser Angst erlebt. Dadurch kann die Ressource in der Angstsituation leichter abgerufen werden, was zu verminderten körperlichen und psychischen Auswirkungen führt.

Material
3 Blätter etwas größer als DIN A4, dicke, weiche Ölkreiden oder flüssige Gouache. Normalerweise wird für diese Methode ausschließlich Kreide angeboten. Da jedoch die Klientin wenig Kraft im Arm und in den Fingern besitzt, habe ich ihr das für sie passende Material angeboten.

Vorbereitende Kommunikation

Für eine gelungene Arbeit ist es hilfreich, wenn die Klientin das psychische und physische Erleben dieser Angst beschreibt. Durch das Bewusstmachen dieses Gefühls, wird die darauf folgende bildnerische Umsetzung stimmig und authentisch.

Erste Aufgabe

Malen sie ein ungegenständliches Bild von dem Gefühl dieser Angst. Wählen sie für dieses Bild 3 Farben, die ihnen passend erscheinen.


Rückmeldungen

Die Klientin erlebt die Angst „zentriert, am schlimmsten mitten drin, wie in einem Strudel, schwer, traurig, lähmend, gefangen gehalten".

Vorbereitende Kommunikation
Können sie sich vorstellen, dass es etwas gibt, was diese Angst schwächen könnte?
Die Klientin antwortet: „Ja, es könnte Gelassenheit und Demut sein"

Zweite Aufgabe

Malen sie ein neues Bild von dem, was ihnen helfen könnte, die Angst zu schwächen. Wählen sie für dieses Bild 3 andere Farben, die sie noch nicht verwendet haben.


Rückmeldungen:
Die Klientin erlebt die Gelassenheit und die Demut „frei und leicht".

Dritte Aufgabe

Das dritte Bild ist eine Entdeckungsreise. Schauen sie mal was passiert indem sie intuitiv ein Bild aus allen 6 Farben erstellen.

Rückmeldungen:

„Ich erlebe mich lebendiger, nicht mehr so flächig, spielerischer. Es hat sich aufgedröselt. Aber es fehlt die Farbe rot. Ich bin sehr überrascht, denn ich dachte bis jetzt kein Iota daran". Sie tituliert ihr Bild „Leben" und entdeckt, dass sie über eine weitere Ressource verfügt, die sie so nicht dargestellt hat, nämlich die Farbe rot, die Liebe. Die Klientin spiegelt in der Mimik und Gestik ihr positives Erlebnis darüber und äußert sich zuversichtlich über die Zukunft.

Schlussbemerkungen

Die einzelnen Bilder sind im Rahmen einer strukturierten Kommunikation utilisiert worden
(Verschränkung und Markierung. Vgl. dazu:
Kognitive Kunsttherapie - die Gestaltung des Subjektiven als Weg zum Ich)

 

 
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