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Abstract
Großflächiges Gestalten mit Schlaganfallpatienten in der neurologischen Rehabilitation
Cornelia Schumacher In der Abschlussarbeit wird ein Konzept vorgestellt, welches davon ausgeht, dass sensomotorische Lernprozesse bei Schlaganfallpatienten die Reorganisation neuronalen Gehirngewebes anregen können.
In diesem Sinne befasst sich die Arbeit mit den Möglichkeiten des
großflächigen Gestaltens in der Kunsttherapie.
Über ziel- und stützmotorische Bewegungen können Handlungen vollzogen und verschiedene Handlungsalterna- tiven und -Optionen erprobt werden, die dem Klienten den Umgang mit seinen sensomotorischen Fähigkeiten, seiner Körperwahrnehmung, seinen positiven wie negativen Emotionen und seinen Zielen und Bedürfnissen er- möglichen. Hierbei wird der Einsatz des ganzen Körpers gefordert und gefördert.
In der neurologischen Rehabilitation kann dieses therapeutische Potential genutzt und zur Stimulation plastischer Regenerationsprozesse des Gehirns eingesetzt werden.
Dabei beschränkt sich der kunsttherapeutische Ansatz nicht darauf
sensomotorische Funktionen zu trainieren. Auf bildnerischer und verbaler Ebene
werden u.a. Aspekte wie Krankheitsverarbeitung, aktuelle Lebensthemen und
Der Schwerpunkt der Arbeit bezieht sich jedoch weniger auf die bekannten Interventions- und Wirkmechanismen der Kunsttherapie, sondern thematisiert die neurophysiologischen Aspekte, die durch großflächiges Gestalten ausgelöst werden könnten.
In Kapitel 2 wird eine Standortbestimmung der Kunsttherapie für
Schlaganfallpatienten in der neurologischen Rehabilitation vorgenommen. Neben
den Grundprinzipien der physiologischen und pathophysiologischen Hirn-
durchblutung wird ein Einblick in das komplexe Krankheitsbild des
Schlaganfalls mit seinen charakteristischen Störungsbildern gegeben. Der
Schwerpunkt wird auf neurologische Störungsbilder gelegt. In diesem Zusammen-
In Kapitel 3 wird auf den Vorgang der Plastizität in Bezug auf sensomotorische Lernprozesse eingegangen. Weiter werden Aufbau und Funktionen sensomotorischer Systeme erläutert sowie grundlegende Eigenschaften kortikaler und subkortikaler Regionen dargestellt. Die Bedeutung des Postural Set wird beschrieben und anhand einer Studie der Universität Sydney (Australien) unterlegt.
In Kapitel 4 wird ein kunsttherapeutisches Konzept entwickelt, welches sich aus der kunsttherapeutischen Umge- bung, dem kunsttherapeutischen Gestaltungsort, dem kunsttherapeutischen Material sowie der sich entwickelnden therapeutischen Beziehung zusammensetzt.
In Bezug auf die therapeutische Umgebung wird der personalisierte Raum hervorgehoben, der einen positiven Einfluss auf die emotionale Stimmung des Klienten und somit auf den therapeutischen Verlauf nehmen kann. Des weiteren wird das Materialangebot für großflächiges Gestalten erweitert und kann individuell auf den Klienten abgestimmt werden.
Der großformatige Gestaltungsprozess integriert die motorische, sensorische und die emotionale Ebene, wobei neben zielmotorischen Bewegungen in geschlossenen Handlungsketten auf stützmotorische Funktionen eingegangen wird. Diese bilden eine Grundlage für großflächiges Gestalten.
Der Aufbau und der Verlauf der therapeutischen Beziehung wird in Anlehnung an Carl Rogers klientenzentrierte Beratung unter Einbeziehung der von ihm aufgestellten Variablen gestaltet. Auf die Stellung des Klienten in der neurologischen Rehabilitation wird eingegangen ebenso wie auf die Voraussetzungen und Aufgaben des Kunst- therapeuten. Zudem wird auf Carl Rogers Essay „Auf dem Wege zu einer Theorie der Kreativität“ Bezug ge- nommen.
In Kapitel 5 wird ein Modell des kunsttherapeutischen Gestaltungsprozesses vorgestellt. Die Phasen des Gestal- tungsverlaufes werden unterteilt in Erstkontakt und Erstgespräch, weitere Verlaufsphasen und Abschlussphase.
Der Verlauf des Gestaltungsprozesses beinhaltet die Anordnung des Materials und des Werkzeugs, die Wahl der Ausgangsstellung sowie deren Einfluss auf die Haltemotorik und den Einstieg in den gestalterischen Prozess.
Der gestalterische Verlauf wird zum einen unter lern- und motivationspsychologischen Aspekten betrachtet. Zum anderen werden mögliche bewegungstherapeutische Interventionsformen vorgestellt, die einen förderlichen Einfluss auf sensomotorische Lernprozesse nehmen können. Zur Bildbeschreibung werden phänomenologische Beschrei- bungskriterien vorgestellt, die einen Zugang zur Bilderfassung ermöglichen.
In diesem Kapitel nimmt das Sinnes- und Handlungsorgan „Hand“, ihre Repräsentation im zentralen Nervensystem, auch im Hinblick auf plastische Vorgänge, einen wichtigen Stellenwert ein. Es wird auf die Organe des Tast- und Bewegungssinnes eingegangen sowie die Bedeutung des Begriffes „Handlung“ und deren Bedeutung für mensch- liches Verhalten thematisiert.
"Erkläre mir, und ich vergesse.
Konfuzianische Lebensmaxime
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