Abstract
Diese Arbeit zeigt
in ihrem Hauptteil in dokumentarischer Form die kunsttherapeutische
Einzelbegleitung eines elfjährigen Mädchens während einer akuten Krise. Ängste
und Zwänge bestimmten den Alltag dieses Mädchens. Theoretische Hintergründe zur Krankheitsentstehung, die äußeren Gegebenheiten der Klientin und die kunstthera- peutische Arbeitsweise, so wie das therapeutische Selbstverständnis der Verfasserin sind der Dokumentation vor- angestellt. Die Scheu davor, sich in psychischen Nöten medizinische und therapeutische Hilfe zu suchen, ist nach wie vor er- schreckend groß. Es gibt eine große Dunkelziffer an Menschen, die es trotz massiver Beeinträchtigungen vorziehen, mit ihren Störungen zu leben, als sich der Gefahr auszusetzen, als psychisch krank stigmatisiert zu werden. Besonders schwer trifft dies Kinder und Jugendliche, die selbst noch nicht in der Lage sind, sich Hilfe von außen zu holen und auf die elterliche Fürsorge angewiesen sind. Scheuen diese Eltern den Gang zum Arzt oder Therapeuten, dann verfestigen sich im Kind möglicherweise Symptome und stören die Entwicklung wichtiger Kompetenzen nachhaltig. Das hat neben den innerfamiliären Konflikten oft weit reichende Folgen für das betroffene Kind. Die schulische Laufbahn, die berufliche Ausbildung und damit der Schritt zu einem selbst bestimmten und eigenständigen Leben werden somit nicht selten dauerhaft erschwert.
„Angst kennt jedes
Kind, und Angst gehört zur normalen Entwicklung eines Kindes. Moderne
epidemiologische Stu- Mag diese Arbeit auch einen Einzelfall beschreiben, so zeigt sie doch exemplarisch Methoden auf, die in relativ kurzer Zeit eine Stabilität bei der Klientin bewirkt haben und es ihr ermöglichten, wieder aktiv das eigene Leben zu gestalten.
Die Ergebnisse der
Forschung zeigen, dass sich eine Kombination von medikamentöser und
verhaltenstherapeutischer Therapie bei Angst- und Zwangsstörungen als
wirkungsvollste Methode zur Behandlung dieser Störungen bewährt hat. Wie ich in
der Arbeit erläutern werde, zähle ich die von mir praktizierte Form von
Kunsttherapie zu den verhaltens- therapeutischen Maßnahmen. Somit bietet sie sich
als Therapieform für diese Störungsbilder an. Einen enormen Vor- In der folgenden Dokumentation wird ersichtlich, dass es oft kleine, unspektakuläre Schritte sind, die Verhalten ändern oder Neues bewirken können. Das Wesentliche geschieht oft zwischen den Sitzungen, wenn sich das in den Sitzungen erprobte Verhalten im Alltag bewährt. Mag sein, dass die besondere Konstellation in diesem Fall, die sich aus der persönlichen Verbindung zur Klientin ergibt, einiges ausschließt, um es als allgemeingültig darstellen zu können. Dafür brachte diese gegebene Situation einen er- heblichen zeitlichen Vorteil, da ich den Kontakt zur Klientin und zu ihrer Familie nicht erst aufbauen musste.
Nach dem
beschriebenen Prozess bleiben einige Fragen offen, die im Schlussteil aufgezeigt
werden. Themen, die in (c) by
Michaela Peter |