Abstract


Interdisziplinäre Zusammenarbeit im klinischen Setting

Falldokumentation aus kunst- und gestaltungstherapeutischer Sicht

Ulla Mast


Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der Zusammenarbeit in interdisziplinären therapeutischen Teams im klinischen Setting auseinander. Der Ausgangspunkt hierfür ist eine ausführliche Falldokumentation einer Patientin der medizi- nisch-psychosomatischen Klinik Roseneck.

Die 19-jährige Patientin Lena Schneider war im Sommer und Herbst letzten Jahres für ca. 2 Monate in der Klinik Roseneck, die Hälfte des Aufenthalts auch in der Kunsttherapie. Da diese in Roseneck Gestaltungstherapie genannt wird, werde auch ich in dieser Arbeit diesen Terminus verwenden.

Es war der zweite Aufenthalt der Patientin. Ihre Diagnosen lauteten Essstörung (Bulimia nervosa), Borderline- Persönlichkeitsstörung, Posttraumatische Belastungsstörung (PTSD) sowie Depression.

Auffällig an der Arbeit mit dieser Patientin war der aussergewöhnlich gute Verlauf der Therapie, was zum einen an der Intelligenz, der hohen Motivation und der  Fähigkeit zur Reflexion dieser Patientin gelegen haben mag.

Dazu kam eine überaus angenehme Zusammenarbeit mit der Bezugstherapeutin, welche mich dazu veranlasst hat, über die Frage nachzudenken, inwieweit verlässliche Beziehungsstrukturen von Seiten der Therapeuten, bzw. gute  Teamarbeit untereinander für den Therapieverlauf förderlich ist.

Es gibt – meiner Recherche nach – kaum wissenschaftliche Studien und Untersuchungsergebnisse, die den Zusam- menhang zwischen effektivem Teamwork und erfolgreichem Therapieverlauf beleuchten, daher musste ich bei dieser Arbeit auf eigene Beobachtungen sowie auf spezielle Literatur zurückgreifen, wie auf die Ausführungen von Marsha M. Linehan über die (Team-) Arbeit mit Borderline-PatientInnen.

Ich beschreibe diesen Fall aus der Sicht der Gestaltungstherapie unter besonderer Berücksichtigung der Zusammen- arbeit mit der Einzeltherapie und den Indikativgruppen.

Hierzu gehe ich sowohl auf die Einrichtung an sich ein, die die Voraussetzungen für gutes Teamwork schaffen kann, als auch auf die therapeutischen Konzepte und schliesslich auf die notwendigen persönlichen Voraussetzungen.

Ich stelle auf der Grundlage dieses Theapieverlaufs Überlegungen an, die für eine verbesserte Zusammenarbeit sprechen und versuche die Bedingungen darzulegen, unter denen eine solche Zusammenarbeit stattfinden könnte.

(c) by Ulla Mast