Abstract

Chaos und Ordnung in der Kunsttherapie - Erfahrungen aus der Psychiatrie

Anke Blaufuß-Gemperlein

Schlüsselwörter

Chaos, Ordnung, Veränderung, Psychiatrie, psychische Störung, Struktur, Stabilität, Kontrolle, Vertrauen, Orientierung, Halt, Kreativität, Schizophrenie, Depression, Zwang, Traumafolgestörung, kunsttherapeutische Methoden, Zufall, Harmonie, Spontanität, Kunsttherapie 

Diese Arbeit befasst sich mit der psychologischen Bedeutung von Chaos und Ordnung als Basis für kunsttherapeutische Methoden in der Psychiatrie.

Ausgehend von der Annahme, dass sowohl Chaos als auch Ordnung im menschlichen Leben eine wichtige Funktion übernehmen, werden im ersten Teil der Arbeit die unterschiedlichen Seiten sowohl von Chaos als auch von Ordnung beleuchtet. Der Psychologe Jürgen Kriz hat dazu ein Modell der psychologischen Bedeutung von Chaos und Ordnung entwickelt, das in dieser Arbeit vorgestellt wird.

Ein Blick auf die Bildende Kunst zeigt das Spannungsfeld zwischen Chaos und Ordnung, in dem Kunst entsteht und das auch in der Kunsttherapie genutzt wird.         

Chaos und Ordnung werden in der Kunsttherapie auf verschiedenen Ebenen sichtbar, die im Einzelnen beschrieben werden. Betrachtet werden das Setting, das kunsttherapeutische Material, Methoden und Interventionen, der handelnde und gestaltende Patient und die therapeutische Beziehung.

Um Anteile von Chaos und Ordnung bei verschiedenen psychischen Störungen aufzuzeigen, werden Schizophrenie, Depression, Traumafolgestörung und Zwangserkrankungen näher betrachtet. 

Die Beschreibung der Kunsttherapie in einer psychiatrischen Klinik führt zum umfassendsten Teil der Arbeit. Hier werden kunsttherapeutische Methoden zum übergeordneten Thema Chaos und Ordnung beschrieben und in Fallbeispielen aus der psychiatrischen Praxis vorgestellt.

Patienten in der Psychiatrie zeigen eine große Sensibilität für das Thema Chaos und Ordnung. Motivation und Interesse der Patienten haben gezeigt, wie bedeutsam es für sie ist, in der Kunsttherapie aktiv etwas für ihre psychische Stabilisierung tun zu können. 

Die Auseinandersetzung mit dem Thema Chaos und Ordnung im Rahmen kunsttherapeutischer Methoden unterstützt die Patienten auf diesem Weg.

 

(c) by Anke Blaufuß-Gemperlein