Abstract

Orientierung im Leben

Praktische Erfahrung mit der kunsttherapeutischen Methode
“Symbole im Lebenslauf”    

Susanne Bergmühl


Schlüsselwörter: Symbol, Ressourcen, Verdichtung, Ordnung, Orientierung, Kraft, sinn- und erlebensorientiert, assoziativ, Erfahrung von innen heraus, Ressourcentansfer.   

Die vorliegende Arbeit ist eine Studie zur kunsttherapeutischen Methode “Symbole im Lebens- lauf”. Verdichtung - Ordnung - Kraft und Zentrierung sind Begriffe, die in dieserressourcen- rientierten und unterstützend wirkenden Methode zum Tragen kommen. Durch klare Instruk- tionen und streng strukturierte Gestaltungsvorgaben, die auch im Arbeitsmaterial Berücksich- igung finden, wird der Klient angeleitet, unterschiedliche Lebensthemen zu persönlichen, gegenständlichen Symbolen zu verdichten und zu einem, in seinem Aufbau vorgegebenen Mandala/Kreisbild zusammenzufügen.  Die darauffolgende psychomentale Arbeit mit dem Bild erfolgt in vier Interventionsschritten, die gezielt wegführen vom rationalen und hinführen zum kreativ-assoziativen Denken und Erfassen auf der Symbolebene. Die sinnorientierte Methode führt den Klienten, über die Wirkung und Kraft des Sinnbildes, in die Erfahrung von innen heraus, die es ihm ermöglicht, sich selbst ganzheitlicher in einem größeren Lebenskontext zu erleben. Dabei liegt das Hauptaugenmerk im Bewusstmachen und Verstärken der Ressourcen. Sich zeigende Probleme oder Konflikte werden als Aufgaben positiv reformuliert.  Der Status Quo des Klienten wird für den Therapeuten sichtbar, mehr noch, er erhält Einblick in das aktuelle “Modell der Welt”, die Lebenswirklichkeit des Klienten und somit in seine Themen- orientierung.   

Ein weiterführender Aspekt ist der Ressourcentransfer, wodurch die verfügbaren, internali- sierten Ressourcen in anderen Lebenssituationen nutzbar gemacht werden können.  “Symbole im Lebenslauf” bietet sich als Methode überall dort an, wo Ordnung und Orientierung we- sentliche therapeutische Ziele sind, wo das Selektieren von psychomentalen Inhalten vorrangig ist, so z.B. zu Therapiebeginn oder als Zwischenbilanz eines längeren Therapieverlaufs. Sie läßt sich mit Menschen aller Altersgruppen mit intakten Ich-Funktionen einsetzen. Hierbei finden die individuellen Gegebenheiten ihre Berücksichtigung im Arbeitsauftrag, der sowohl niedrigschwellig als auch hochschwellig gestaltet werden kann.  Die Methode wurde von Birgit Naphausen entwickelt, kennengelernt habe ich sie im Rahmen meiner kunsttherapeutischen Ausbildung im G1 Baustein “gegenständlicher Bildausdruck”, am Forum für Analytische und Klinische Kunsttherapie A.K.T., in München. Einführend gehe ich auf den Begriff des Sym- bols und des Mandalas und deren Wert für die kunsttherapeutische Arbeit näher ein. Unter 2 stelle ich im theoretischen Teil der Arbeit die einzelnen Parameter der Methode “Symbole im Lebenslauf” vor. Dabei zeige ich die komplexe Abfolge der einzelnen Schritte des assoziativen Verfahrens detailliert auf. Hilfreiche Arbeitsmodelle wie das Milton Modell der Sprache und das Modell der neurologischen Ebenen werden kurz angerissen. Unter 3 demonstriere ich meine Erfahrung mit der Methode und ihrer Wirkung anhand von Fallbeispielen aus unter- schiedlichen Settings mit verschiedenen Klientengruppen: So mit Patienten aus der Psychiatrie, gruppenzentriert mit dem Schwerpunkt der Selbsterfahrung im offenen Atelier, im psychosozi- alen Einzelsetting und im Rahmen meiner kunsttherapeutischen Arbeit im Gerontobereich. Im offenen Atelier bot ich die Methode interessierten KlientInnen nach einem Jahr erneut an, um den aktuellen inneren Status nach einjährigem wachstumsorientierten, bildnerischen Arbeiten in Erfahrung zu bringen.  Abschließend reflektiere ich unter 4 meine praktische Erfahrung mit der Anwendung der Methode “Symbole im Lebenslauf” und ihrer kraftvollen und unter- stützenden Wirkung.

(c) by Susanne Bergmühl